Inselsberg-Klinik Tabarz / Thüringen - Onkologische Rehabilitations- und AHB-Klinik
Druckversion vom 11.05.2010
URL: http://www.inselsberg-klinik.de/therapieverfahren.html
Häufigkeit und Rangfolge der in der Inselsberg Klinik in 2009 behandelten Erkrankungen:
| Mammakarzinom |
819 |
Prostatakarzinom |
283 |
| Kolorektales Karzinom |
250 |
Nierenzellkarzinom |
114 |
| Bronchialkarzinom | 89 | Harnblasenkarzinom | 68 |
| Endometrium- /Korpuskarzinom |
87 |
Magenkarzinom |
46 |
| CUP-Syndrom |
74 |
Ovarialkarzinom |
56 |
| Chron. Lymphozytenleukämie |
12 |
Malignes Melanom |
53 |
| Zervixkarzinom |
50 |
Schilddrüsenkarzinom |
49 |
| Pankreaskarzinom |
23 |
Aggressive B- und T-zell-Lymphome |
64 |
| Carzinoma in situ der Mamma |
68 |
Hodgkin-Lymphom |
18 |
|
|
Die ganzheitliche Betreuung ist unser Anspruch
Ausgerichtet auf die Art der Erkrankung und Ihre persönlichen Bedürfnisse entwickeln wir ein breit gefächertes, individuelles Therapiekonzept, das auf den mitgebrachten medizinischen Unterlagen, einer gründlichen Anamneseerhebung, einer eingehenden klinischen Untersuchung und der von uns erhobenen paraklinischen Befunde basiert. Aufgrund des ständigen Informationsaustausches zwischen Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Krankenschwestern und Ergotherapeuten können wir gemeinsam mit Ihnen regelmäßig prüfen, ob und gegebenenfalls welche Änderungen und Ergänzungen zum Therapiekonzept sinnvoll sind.
Vorrangiges Ziel aller Maßnahmen und Therapien ist die Wiederherstellung oder Verbesserung der körperlichen, seelischen und geistigen Gesundheit. Durch ein umfassendes, nicht auf die ärztliche Betreuung allein beschränktes Behandlungsangebot versuchen wir, den beson-deren Erfordernissen der Krebserkrankung und den individuellen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden.
Das Rehabilitationsangebot ist in die drei Bereiche ‘Medizinische Rehabilitation, psychische Rehabilitation und soziale Rehabilitation’ gegliedert. Jeder Bereich ist dabei als gleichberechtigt anzusehen, mit fließenden Übergängen.
Basis des Therapiekonzeptes ist das eingehende und ausführliche Gespräch zwischen Patient und Arzt. Hier geht es zunächst primär darum, den Patienten über die Art der Erkrankung zu informieren und die physiotherapeutischen Maßnahmen sowie zukünftige Verhaltensweisen zu besprechen. Darüber hinaus aber haben ebenso Themen wie der Umgang mit der Angst und der seelischen Belastung, mögliche Risikofaktoren, Vorund Nachsorge, Schmerztherapie, Strahlenbelastung, therapeutische, Außenseitermethoden, sogenannte Krebsdiäten und Aspekte einer gesunden Lebensführung einen großen Stellenwert.
So werden beispielsweise mit Patientinnen mit Mammakarzinom Verhaltensregeln nach einer Brustoperation, Probleme der prothetischen Versorgung, des Brustaufbaus und der Lymphödemprophylaxe sowie die Behandlung detailliert besprochen. Auch auf mögliche Maßnahmen bei Schmerzen im Narben-, Schulter-, Nacken- und Armbereich oder bei klimakterischen Beschwerden und Fragen bezüglich Hormonsubstitution wird individuell eingegangen. Und schließlich werden die Patientinnen ebenso über medizinisch gebotene Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung aufgeklärt, wie zum Beispiel die Vermeidung thermischer Reize, direkter Sonneneinstrahlung, Saunabesuch oder Fangobehandlung, da sie eine Hyperämisierung im Operations- und Armbereich bewirken und so einer Lymphödembildung Vorschub leisten können.
Das medizinische Behandlungsangebot beinhaltet beispielsweise folgende therapeutischen Maßnahmen:
Krebskrank zu sein, das verbinden die meisten Menschen mit Unheilbarkeit, Verstümmelung und frühzeitigem, qualvollem Tod. Wer mit der schicksalhaften Diagnose Krebs konfrontiert wird, ist in der Regel zutiefst verunsichert und außerordentlich belastet. Wesentlich stärker als bei anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, dessen Prognose nicht unbedingt günstiger ist. Auch die Kenntnis von guten Heilungschancen vermag kaum, die Angst abzubauen. Zusätzlich belasten die körperlichen Folgen der Tumortherapie oder einer Operation mit einer sichtbaren Veränderung des Körperbildes oftmals erheblich.
Krebs macht nicht psychisch krank, er legt nur die Seele offen. Und jeder einzelne versucht seine Probleme emotional auf seine Weise und abhängig von seiner Persönlichkeitsstruktur zu verarbeiten - mit möglicherweise hypochondrischen Reaktionen, Zerbrechen an der Erkrankung, Trauer, Flucht oder Verdrängung. Aus dieser Vielschichtigkeit der emotionalen Problembewältigung resultieren die wesentlichen Ziele der psychischen Betreuung unserer Patienten.
Für eine optimale Betreuung und Nachsorge ist es notwendig, alle körperlichen, psychischen sowie sozialen Faktoren mit einzubeziehen und den Patienten sachlich, hilfreich und einfühlsam aufzuklären, da er durch die Krebserkrankung in der Gesamtheit seiner Person und Lebenssituation betroffen ist. Alle Gespräche und therapeutischen Maßnahmen geschehen in einer Atmosphäre des Vertrauens mit Offenheit für alle Probleme und Ängste des Patienten, mit Aussprachemöglichkeiten und gesundheitsstabilisierenden Maßnahmen. Denn letztlich soll dem Patienten verdeutlicht werden, seine Krankheit als Chance und als Aufgabe zu betrachten.
Die wesentlichen Ziele der seelischen Betreuung sind
Autogenes Training, Gruppen- und Einzelgespräche und gegebenenfalls auch Kriseninterventionen begleiten den Patienten während der Rehabilitation. In der Gruppentherapie geht es vor allem um eine Ich-stärkende und progressive Haltung sowie um die Stärkung des Selbstbildes und des Selbstwertgefühls. Die Gruppengespräche helfen, Ängste konkret zu überwinden. In Einzelgesprächen können Probleme angesprochen werden, die in der Gruppe vielleicht zu schambesetzt sind oder auch Themen, die mit Trauer, Unruhe und Aggressionen verbunden sind.
Einen großen Stellenwert hat im Rahmen der rehabilitativen Maßnahmen das Partnerschaftsverhältnis, das immer miteinbezogen werden sollte. Gerade bei Krebserkrankungen, aber auch bei anderen schweren Krankheiten existieren speziell auf diesem Gebiet Kommunikationsprobleme zwischen den Partnern, die sich oftmals aus falscher Rücksichtnahme, Verunsicherung und Angst auf beiden Seiten potenzieren können. Ein offenes Gespräch, an dem der Partner teilnimmt, kann helfen, scheinbar nicht zu überwindende Barrieren abzubauen.
In der Ergotherapie, im Kreativbereich, in der Bewegungstherapie und im persönlichen Gespräch kann der Patient in geeigneter Weise wiedererwachende Fähigkeiten spüren und wird gleichzeitig mit seiner kreativen Möglichkeiten konfrontiert. So hat die Bewegungstherapie zum Ziel, die positive libidinöse Wiederbesetzung des erkrankten und beschädigten Körpers und des körperbezogenen Selbstverständnisses zu erreichen. Der Körper kann wieder zum Ort handelnden Erlebens, von Kreativität und Empfindungsfähigkeit werden.
Darüber hinaus sind ebenso Gesundheitstraining, funktionelle Entspannung, Kultur- und Tanzveranstaltungen sowie Wanderungen unter Führung Bestandteil des Therapiekonzeptes. So kann der Patient auch selbst aktiv etwas zur Förderung seiner Genesung beitragen.
Gleiches gilt auch für die Selbsthilfegruppen, die eine nicht zu unterschätzende Bedeutung besitzen. Mit der Hinzuwendung zu einer Gruppe wird die Überantwortung der eigenen Problematik an spezielle Fachleute zurückgenommen. Der Patient trägt durch die Mitarbeit auch wieder einen Teil der Eigenverantwortung. Er wird zum Agierenden und stärkt sein Ego durch die Identifikation mit der Bezugsgruppe.
Psychische Entspannung durch schöpferische
Tätigkeit
Eine erfolgreiche Rehabilitation, gleich welcher Art, ist heute ohne Berücksichtigung auch der sozialen Probleme nicht mehr denkbar. Während unsere psychischen Behandlungsbemühungen dem Patienten helfen sollen, sein Krankheitsschicksal anzunehmen und hoffnungsvoll in eine zwar meist völlig veränderte, dennoch lebenswerte Zukunft aktiv einzutreten und sie selbst zu gestalten, wollen wir in der sozialen Beratung vor allem bei der Klärung der wirtschaftlichen und beruflichen Situation helfen und neue Perspektiven aufzeigen.
Dabei stehen folgende Aspekte im Mittelpunkt:
Bei allen Problemlösungen arbeiten die Sozialarbeiter der Inselsberg-Klinik kooperativ mit dem zuständigen Reha-Berater der BfA, der LVA bzw. den Krankenkassen zusammen.
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Aktualisiert am 11.05.2010